Sonntag, 20. Mai 2018
Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder tanzen. Meinen Lieblingsclub haben sie abgerissen. Ich bin dort immer zu den Ü-30-Abenden gegangen, mit 51 Jahren ist das angemessen. Der Club zog um in eine Laden, den ich auch O.K. fand, zog dann aber weiter in einen Club, der in seiner jetzigen Form unerträglich hässlich ist. Ich verstehe den Aufbau einfach nicht: der DJ-Pult ist riesig und steht viel zu weit im Raum. Im Laufe der Jahre wanderte das Pult immer mehr in den Raum, was ich albern finde. Der Raum ist viel zu klein dafür. Kein Verhältnis. Der DJ sah aus wie der Grünen-Abgeordnete und spielte ebensolche Musik. Er kopfnickte zu seinen Lieblingssongs, irgendwelche alten Rocksongs. Entschuldigen, können Sie das bitte bei sich zuhause machen? Das ist hier ein Club. Die Leute waren ziemlich jung. Gerade mal dreißig. Gruppen junger Frauen tanzen geschlossen im Kreis. So ein Verhalten kenne ich nur von Pilzen. Die Männer wackeln wie brünftige Männchen einer Vogelkolonie um diese Gruppen von Frauen herum und versuchen, mit einer von ihnen in einen gemeinsamen Tanz zu kommen. Irgendwann sieht man sie dann wieder alleine tanzen, offensichtlich war es das dann schon.

Irgendwann lief dann das obligatorische Insomnia, der einzige 90er Club-Track, den sie kennen. Auf Hold That Sucker Down wartet man vergebens.



Muss ja nicht gleich Techno und House sein, geht ja auch mit Melodie. Kann man auch gemütlich im Kreis tanzen. Rollo hat damals alles in Gold verwandelt.



Ich gehe nicht mehr tanzen, weil mein Modern Dance-Unterricht mein Dancefloor ist. Da läuft Kalkbrenner, Moderat und Modeselektor und Lilli Allen und wir tanzen in echt.

Floorwork/Release ist einfach für mich die zeitgemäße Form in meinem Alter zu tanzen.

Vielleicht doch mal wieder einen TechHose-Abend probieren. Carl Cox ist übrigens 55.

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Dienstag, 15. Mai 2018
Niedergeschlagen. Ich. Punkt.

Ich suche gerade nach Möglichkeiten, da wieder rauszukommen.

Abwarten?
Im Scherbenhaufen rumkramen, ob sich da noch was Brauchbares drunter befindet?
Stumpfsinnig weitermachen, so zu tun als wär nix und auf bessere Zeiten warten?
Entdramatisieren und einfach nur als leichte Unpässlichkeit definieren?
Tief einatmen, sich beim Kragen packen und ordentlich schütteln?

Drei Tage war ich mit den Kindern alleine, eigentlich ganz easy. Trotzdem. Die eine Tochter ist Veganerin, die andere war krank. Gefühlt war ich die ganze Zeit einkaufen und habe gekocht und die Küche sauber gemacht. Alleinversorgend gäb's bei mir morgensmittagsabends Brei, Kartoffeln und Sauerkraut (wegen Skorbut). Tatsächlich gab's vegane Pfannkuchen mit 2 Sorten Soße. Gegrillte Auberginen, LikeMeat und Rigatoni al Forno. Das Kind brauchte umfassendes Bastelmaterial, also zum Hornbach. Darin bin ich Profi: Bastel-Projektberater. Rennt sie bei mir offene Türen ein. Abends Drei Fragezeichen Live-DVD, die Tochter ist großer Fan. Außerdem liebt sie alle Filme, die erst ab 12 sind. Mit 10. Wenn ich auf die Altersbeschränkung hinweise, sieht sie mich mit diesem Blick an als wäre ich das kleine Kind.

Samstags zum Modern Dance gegangen, endlich Zeit für mich. Sonntags Ballett-Workshop. Danach war mein Fuß hinüber, der braucht dringend Ruhe, der ist seit drei Monaten geschwollen.

Montags Drama auf der Arbeit, nichts Dramatisches eigentlich, mehr so menschlich. Schlägt mich trotzdem nieder, oder vielleicht genau deshalb. Mittags zur Beerdigung der Mutter meiner ersten Freundin, die ich sehr mochte. Ganz unerwartet gestorben, unfassbar schmerzhaft und traurig. Einer der herzlichsten, nettesten Menschen, den ich je kennenlernen durfte.

Abends todmüde früh eingeschlafen und scheußlich geträumt.

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Sonntag, 29. April 2018
Eine wissenschaftliche Untersuchung über die Folgen für die Gesundheit durch Mobilfunkstrahlung, Pornografie und Alkohol ist nicht möglich, weil man nicht mehr genügend Nicht-Nutzer findet. Zumal die Gesundheit durch andere Faktoren beeinflusst wird. Die Suche nach den Gesundheitsfolgen durch Dinge, die einen ein moralisches Dilemma bringen, erinnert mich an die Suche nach der Natur des Menschen vor zweihundertfünfzig Jahren. Anstatt das Dilemma persönlich zu lösen, sucht man nach einer Lösung für alle. Der Blick für die Komplexität von Leben und Gesellschaft geht verloren. Man verennt sich in einer Moral, die man wiasenschaftlich untermauern möchte.

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Donnerstag, 29. März 2018
Gestern habe ich die Truman Show gesehen, den habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Besonders schön fand ich Philip Glass Anthem als Truman zum ersten Mal echten Verdacht schöpft. Das hat so eine phänomenale Aufbruchstimmung.

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Dienstag, 20. März 2018
Endlich wieder gesund. Die letzte Woche konnte ich nur im Bett liegen, zum Glück bekam ich Antibiotika, der Hals war OK, nur das Verdauungssystem nicht mehr, und mein Geschmacksinn war verschoben, Kaffee schmeckte wie alte Autoreifen.
Am Wochenende habe ich mit Yoga wieder angefangen, weil ich steif wie ein Brett war. Ich habe mir eine Sequenz zusammengestellt, die ideal für mich ist, viel Beine und Bauch und Dehnung. Dieses Jahr will ich in den Spagat kommen.
Während ich krank war habe ich den Tatort mit dem Pflegethema gesehen und dann noch Hanekes "Liebe", und das in krankem Zustand, unfähig, mich überhaupt zu bewegen, schwach wie ein leerer Sack.
War ich froh, als meine Lebensgeister wieder zurück kamen und ich gestern zur Arbeit und anschließend ins Ballett gehen konnte.
Wenn ich mich nicht bewegen kann, ungelenkig bin und tanzen kann, fühle ich mich tot und unsäglich schlecht. Lesen konnte ich, aber Lesen ist halt Lesen. Ich mag mein Gehirn, aber es ist eben nur der eine Teil des Nervensystems, ich mag den Rest ab Hals abwärts genau so gerne. Ich könnte mich arangieren, wenn es anders wäre, aber mein Körper ist mein Instrument.
Mit Frau M. habe ich geschrieben, weil ich sie lange nicht gesehen hatte, das Wiedersehen im Training war wunderbar. Am Ende der Stunde eine feste Umarmung. Ich schwitze, sage ich, ich auch, sagt sie und drückt mich fest. So viel Mensch in einer einzigen Umarmung, ich war so erfüllt wie ein Kelch randvoll.

Die Bücher, die ich gelesen habe: Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne und Das wilde Kind von T.C. Boyle. Der Junge im gestreiften Pyjama ist beeindruckend gut, ich wusste nicht, was mich erwartet und worum es geht. Die Idee, aus der naiven Kindperspektive zu erzählen, war nicht nur gut, sondern auch handwerklich gut umgesetzt. Auch wenn ich mal wieder dachte: So reden Jungs in dem Alter nicht. Es ist konstruiert, aber es ist gut konstruiert. Boyle war gut wie immer. Truffauts Wolfsjunge habe ich mehrmals gesehen, T.C. Boyle erzählt sachlich präzise und einfühlsam, was das Buch nicht nur zu einer netten Geschichte macht, sondern zu einem wichtigen Beitrag zu dem historischen Thema. Solche Bücher sind Gold wert.

Dann "Vergleichende Anatomie" von Thomas Palzer gelesen, weil ich den Klappentext lustig fand: ""Du bist mir zu alt!" Mit diesen unvermittelten Worten beendet die Lebensgefährtin Thomas Palzers eine langjährige, überwiegend glückliche Beziehung ...". Dieses lapidare "Du bist mir zu alt" fand ich komisch, im Sinne von lustig. Ich habe das Buch nur überflogen, die Selbstanalyse und die philosopischen und gesellschaftlichen Betrachtungen fand ich nicht nachvollziehbar. Seine Art zu denken ist mir einfach vollkommen fremd. Aber vor allem ist mir seine Art zu fühlen vollkommen fremd. Ich könnte noch nicht einmal sagen, was seine Gefühle eigentlich waren. Ich glaube, das ist der Punkt. Ich konnte mich gerade mal so hineinversetzen, als würde ich mich ein eine vollkommen fremde, andersartige Person versetzen. Das ist mir zu anstrengend und bringt mir gar nichts. Beispiel: "Wenn ich an die erste Nacht mit Bé denke, so war sie geprägt von dem Gefühl, in ihren Armen so etwas wie einen Hafen gefunden zu haben. Das klingt nach Freddy Quinn und reichlich kitschig." Der einzige Satz mit einer echten Aussage zum Gefühl und dann macht er sich selbst darüber lustig oder kommt sich dabei komisch vor. Er schreibt sehr offen, aber seine Art zu denken, zu analysieren und zu beschreiben, ist mir fremd. Ich hätte lieber ihr Buch dazu gelesen.

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Samstag, 10. März 2018
Jetzt bin ich doch richtig krank geworden. Eigentlich ist es nur trockener Husten, aber mir tut alles weh, jede einzelne Zelle. Ich habe kaum Kraft. Mit Ibuprofen geht es einigermaßen, aber die letzte Nacht war eine Katastrophe, Frieren und Schwitzen gleichzeitig und ein unproduktiver Husten, der sich anfühlt als wolle ich mir die Lunge aus dem Leib husten. So eine Art Husten macht mich vor allem aggressiv.

In der Apotheke hole ich mir Hustensaft, neues Ibuprofen und Wick MedNait, das habe vor zwanzig Jahren zuletzt genommen, und irgendwas hat mich bisher zurückgehalten, mich damit über Nacht wegzuhauen (das Wort "Weghauen" stammt von der Apothekerin, ich freue mich immer, wenn ich Menschen treffe, mit denen ich offen reden kann). Ich habe es die letzten drei Tage auf die nette und gesunde Art probiert: viel trinken, Obst, Hühnersuppe. Schlecht war's sicher nicht, aber es reicht eben nicht mehr.

Ich kann Viren nicht leiden. Ich kann schon ihr Aussehen nicht leiden und dann diese Art, seine einfältige DNA zu injizieren. Parasiten wollen ja immerhin noch selbst leben, da habe ich ja Verständnis für, Bakterien sind ja auch echte Könner, aber Viren sind dumm und sinnlos.

Update: Ich korrigiere, auch Viren gehören zum Mikrobiom des Menschen. Vielleicht sind sie dumm und sinnlos, aber nicht alle sind unnütz.

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Mittwoch, 7. März 2018
Mein kleiner Zeh tut weh. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Ich gehe heute zum Orthopäden.
K. ist für drei Tage auf einer Tagung. Ich werde gemütlich mit der Kleinen Hitchcock oder Hobbit gucken und Chips essen. Seitdem wir im Filmmuseum waren, schlägt mein Cineastenherz wieder. Mit Filmen, Serien und Tanzen kann man viel für's Leben lernen. Mit Büchern auch, aber Bücher haben zu viel Text. Unser Denken ist viel zu textlastig (geworden). Mit "Unser" meine ich Menschen, mit denen ich zu tun haben, nicht alle oder allgemein.
Frau M. war schon dreimal nicht im Unterricht, sie hat beruflich gerade viel zu tun. Ich werde ihr mal schreiben. Schließlich vermisse ich sie.
Montag mit C. getroffen. Ich habe zu viel Bier getrunken, die Bedienung war so nett. Es war aber auch ein netter Abend. Gestern also früh ins Bett und heute langsam wieder aufbauen.

Update Zeh: Trauma im kleinen Zeh, blau und geschwollen. Die Dauerbelastung durch Sprünge und Drehungen strengen ihn sehr an. Ich glaube es liegt an der mangelnden Balance auf dem linken Bein, der kleine Zeh muss einfach zu viel ausgleichen. Ich über schon wie ein Wilder, rechts habe ich überhaupt keine Probleme mit der Balance, aber zu links ein himmelweiter Unterschied. Ich muss ihn an den nächsten Zeh tapen, damit er etwas Ruhe bekommt.

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Samstag, 3. März 2018
Eigentlich wollte ich nur Salami kaufen. Ich stehe an der Supermarkttheke und hinter Glas liegen zwei Tabletts mit jeweils 4 Sorten Salami, macht 8 Stapel Salami. Vorne am Glas liegen die Schilder und Preise, eine Zuordnung ist unmöglich. Ich suche mir eine Sorte aus und überlege, während ich warte, wie ich der Fachverkäuferin verständlich machen soll, welche Salami ich möchte. Ha, denke ich, das ist ja einfach: es ist der höchste Stapel auf dem vorderen Tablett. Zufrieden warte ich entspannt, bis ich dran bin. "Ich hätte gerne 100 Gramm Salami", sage ich, "von dem höchsten Stapel auf dem vorderen Tablett." Die Frau starrt mich verständnislos und entsetzt an, als hätte ich nicht "von dem höchsten Stapel auf dem vorderen Tablett" gesagt, sondern "gebrauchte Tampons mit Buttercremesauce". Sie beugt sich in die Theke und sticht mir der Gabel in einen flachen Stapel auf dem hinteren Tablett. Fassungslos bin ich mit meinem Latein am Ende. Was soll ich tun? Wie soll ich es anders erklären? Mit dem Finger draufzeigen geht auch nicht, selbst, wenn ich mit dem Finger gegen die Glasscheibe tippe und die Linie des Fingers als gedachte Linie soweit verlängere, dass sie den Salamistapel treffen müsste, hat bisher noch niemand hinter der Theke das treffsichere Konstrukt nachvollziehen können. Irgendwas in der Fleischtheke muss eine ähnliche Lichtbrechung hervorrufen wie beim Aquarium. Ich bin hilflos und ratlos und wiederhole diesen formschönen, wunderbaren, eindeutigen Satz, der in einem Lyrikband mit Konkreter Poesie Platz gefunden hätte: "Von dem höchsten Stapel auf dem vorderen Tablett." Die Frau sticht wahllos mit ihrer Gabel in irgendeinen Stapel. Ich wiederhole den Satz dreimal, bis sie den richtigen trifft. "Ja!" rufe ich laut, als sie in den höchsten Stapel auf dem vorderen Tablett sticht. Die Frau hinter mir guckt mich entsetzt an. Ich merke, wie sie darauf wartet, dass ich zurückgucke, damit sie mir zu verstehen geben kann, dass man doch so nicht mit einer Wurstfachverkäuferin reden kann. Ich tue ihr den Gefallen nicht, ich merke dass ich alle Formen von Anstand und guten Benehmen verletze, ich bin einfach nur erleichtert, dass ich in verhältnismäßig kurzer Zeit zu der Salami gekommen bin, die ich kaufen möchte. Ich habe es schon oft auf die fachverkäuferinnen-korrekte Art probiert, das heißt, man lässt sich alle 8 Sorten Salami der Reihe nach mit Bezeichnung präsentieren: Mailänder, Mailänder Art, mit Schwein, Schwein-Rind-Kombi, leichtgeräuchert mit Pfefferrinde, Rind luftgetrocknet ... undsoweiterundsofort, das dauert etwa eine halbe Stunde. Ich wollte die schnelle Lösung. Es hätte so einfach, schön und trotzdem freundlich sein können.

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Dienstag, 13. Februar 2018
Der dicke Kratzer auf der Erasure-Maxi, die ich über Discogs gekauft habe - stelle ich mir vor - stammt davon, wie man beim wilden Sex gegen den Plattenspieler gekommen ist.

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Sonntag, 21. Januar 2018
Der Lehrer in Modern Class ist toll. Er freut sich wirklich, einen zu sehen. Man hat immer das Bedürfnis, sich zur Begrüßung zu umarmen. Er ist so ein Typ, ich bin so ein Typ. Letztens war ich mit Freunden beim Film-Festival und mir war nur so mittelwohl. Ich habe überhaupt keinen echten, herzlichen Freundeskreis mehr. Und deren Herzlichkeit schwappt nicht zu mir rüber. Es sind auch hauptsächlich Frauen. Ich kenne viel zu viele Frauen. Zwei enge Freunde habe ich noch. Die anderen sind schon lange weggezogen. Frau M. zähle ich tatsächlich fast zu meinen engen Freunden. Verrückt. Es gibt ein Gefühl der Herzlichkeit, ich weiß, wie sich das anfühlt. Filmfestival ... jedenfalls treffe ich eine Kollegin, mit der ich einmal im Jahr auf eine Tagung fahre, und umarme sie spontan als ich sie sehe. Dabei sind wir per "Sie". Das war mir hinterher sehr unangenehm. Dieses Tanzen macht einen so körperlich hemmungslos. Aber mehr und mehr empfinde ich das als normale Art, sich zu begegnen. Herzlich, körperlich und gefühlvoll. Und das Andere, was als normal gilt, empfinde ich als verklemmt.

Jedenfalls fahre ich heute wieder mit ihr zur Tagung. Das ist so gar nicht meine Welt. Aber es gibt gutes Essen.

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Freitag, 12. Januar 2018
Manchmal wäre ich schon dankbar, wenn man einfach nur wie mit einem normalen Menschen mit mir reden würde.

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Samstag, 23. Dezember 2017
Das Jahr ist bald rum. Es war toll, eines meiner besten, das hatte ich schon lange nicht mehr. Mit Höhen und Tiefen, aber dieses Mal gab es echte Höhen. Ich habe jetzt endlich Wege gefunden, um dahin zu kommen, wo ich hin will.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit.

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Samstag, 16. Dezember 2017
Ich habe eine Zeitung gekauft. Aus Papier. Ich stand vor dem Regal mit Zeitungen und sucht die preiswerteste raus. Die Zeitschriftenfachverkäuferin verstand überhaupt nicht, was ich wollte. Sie erklärte mir groß und breit die verschiedenen Ausgaben (ZEIT Jahresrückblick, ZEIT normal, aber vorsicht, immer gucken, dass das Magazin dabei ist ...) . Ich sagte, ich brauche es bloß als Unterlage. Nein, verschenken können sie nichts, sagt sie. Ich hatte nichts von verschenken gesagt, ich wollte bloß möglichst viel Papier für wenig Geld kaufen. Ich brauch's als Sprühlackunterlage, weil ich ja Weihnachtskugel selbst basteln will. Ich denke: Oh. Gott, lasst mich doch bloß in Ruhe mein Material einkaufen, Samstags , morgens, wenn ich meinem Zeug nachgehen will. Vor allem, liebe Menschen, lasst mich bloß in Ruhe, wenn ihr a) mir weder zuhören wollt noch b) die Wörter, die ich ausspreche, nicht versteht, obwohl sie deutlich und klar formuliert sind. Zeitung. Als Unterlage beim Basteln. Was ist daran so besonders? Ich habe die Süddeutsche gekauft, die war viel günstiger.

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Freitag, 15. Dezember 2017
Ein Gedanke kam mir letzte Woche und lässt mich auch nicht mehr los:

Ich kann mir gut vorstellen, mit einer KI befreundet zu sein. Unsere Freundschaften sind auf Kommunikation ausgerichtet, ich denke, irgendwann wird eine KI in der Lage sein wird, solch eine Beziehung herzustellen. Und wir werden in der Lage sein, uns dabei freundschaftlich verstanden zu fühlen.

Vieles von dem, was uns bisher verbunden hat, erscheint zunehmend in Textform und Piktogrammen. Der Körper als Medium von Mimik und Ausdruck und sinnlichen Erlebens hat vielleicht an Bedeutung verloren. Vielleicht zerfällt die Einheit von Körper und Verstand, vielleicht existierte sie aber sowieso immer nur als Ideal.

Wenn wir Computernetzwerke als Medium für den Verstand verwenden, können wir uns vielleicht wieder zunehmend auf den Körper konzentrieren, ihn möglicherweise sogar etwas unabhängiger vom Verstand betrachten, die Kommunikation unabhängig vom Körper betrachten. Vielleicht ist es ja ganz sinnvoll, sich mit Computernetzwerke zu verbinden, den Verstand hier einzusetzen, um sich dann wieder etwas freier dem Körper zuzuwenden und als Mensch seine nicht-intelligenten Eigenschaften wieder entdecken.

Wenn KIs Arbeit übernehmen, warum sollten KIs nicht auch Beziehungsarbeit übernehmen? Sind Freundschaft, Beziehung und Liebe nicht zunehmend Arbeitsbegriffe geworden? Dann werden wir KIs in Zukunft zum Freundeskreis zählen können.

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