Dienstag, 13. Februar 2018
Der dicke Kratzer auf der Erasure-Maxi, die ich über Discogs gekauft habe - stelle ich mir vor - stammt davon, wie man beim wilden Sex gegen den Plattenspieler gekommen ist.

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Sonntag, 21. Januar 2018
Der Lehrer in Modern Class ist toll. Er freut sich wirklich, einen zu sehen. Man hat immer das Bedürfnis, sich zur Begrüßung zu umarmen. Er ist so ein Typ, ich bin so ein Typ. Letztens war ich mit Freunden beim Film-Festival und mir war nur so mittelwohl. Ich habe überhaupt keinen echten, herzlichen Freundeskreis mehr. Und deren Herzlichkeit schwappt nicht zu mir rüber. Es sind auch hauptsächlich Frauen. Ich kenne viel zu viele Frauen. Zwei enge Freunde habe ich noch. Die anderen sind schon lange weggezogen. Frau M. zähle ich tatsächlich fast zu meinen engen Freunden. Verrückt. Es gibt ein Gefühl der Herzlichkeit, ich weiß, wie sich das anfühlt. Filmfestival ... jedenfalls treffe ich eine Kollegin, mit der ich einmal im Jahr auf eine Tagung fahre, und umarme sie spontan als ich sie sehe. Dabei sind wir per "Sie". Das war mir hinterher sehr unangenehm. Dieses Tanzen macht einen so körperlich hemmungslos. Aber mehr und mehr empfinde ich das als normale Art, sich zu begegnen. Herzlich, körperlich und gefühlvoll. Und das Andere, was als normal gilt, empfinde ich als verklemmt.

Jedenfalls fahre ich heute wieder mit ihr zur Tagung. Das ist so gar nicht meine Welt. Aber es gibt gutes Essen.

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Freitag, 12. Januar 2018
Manchmal wäre ich schon dankbar, wenn man einfach nur wie mit einem normalen Menschen mit mir reden würde.

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Samstag, 23. Dezember 2017
Das Jahr ist bald rum. Es war toll, eines meiner besten, das hatte ich schon lange nicht mehr. Mit Höhen und Tiefen, aber dieses Mal gab es echte Höhen. Ich habe jetzt endlich Wege gefunden, um dahin zu kommen, wo ich hin will.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit.

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Samstag, 16. Dezember 2017
Ich habe eine Zeitung gekauft. Aus Papier. Ich stand vor dem Regal mit Zeitungen und sucht die preiswerteste raus. Die Zeitschriftenfachverkäuferin verstand überhaupt nicht, was ich wollte. Sie erklärte mir groß und breit die verschiedenen Ausgaben (ZEIT Jahresrückblick, ZEIT normal, aber vorsicht, immer gucken, dass das Magazin dabei ist ...) . Ich sagte, ich brauche es bloß als Unterlage. Nein, verschenken können sie nichts, sagt sie. Ich hatte nichts von verschenken gesagt, ich wollte bloß möglichst viel Papier für wenig Geld kaufen. Ich brauch's als Sprühlackunterlage, weil ich ja Weihnachtskugel selbst basteln will. Ich denke: Oh. Gott, lasst mich doch bloß in Ruhe mein Material einkaufen, Samstags , morgens, wenn ich meinem Zeug nachgehen will. Vor allem, liebe Menschen, lasst mich bloß in Ruhe, wenn ihr a) mir weder zuhören wollt noch b) die Wörter, die ich ausspreche, nicht versteht, obwohl sie deutlich und klar formuliert sind. Zeitung. Als Unterlage beim Basteln. Was ist daran so besonders? Ich habe die Süddeutsche gekauft, die war viel günstiger.

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Freitag, 15. Dezember 2017
Ein Gedanke kam mir letzte Woche und lässt mich auch nicht mehr los:

Ich kann mir gut vorstellen, mit einer KI befreundet zu sein. Unsere Freundschaften sind auf Kommunikation ausgerichtet, ich denke, irgendwann wird eine KI in der Lage sein wird, solch eine Beziehung herzustellen. Und wir werden in der Lage sein, uns dabei freundschaftlich verstanden zu fühlen.

Vieles von dem, was uns bisher verbunden hat, erscheint zunehmend in Textform und Piktogrammen. Der Körper als Medium von Mimik und Ausdruck und sinnlichen Erlebens hat vielleicht an Bedeutung verloren. Vielleicht zerfällt die Einheit von Körper und Verstand, vielleicht existierte sie aber sowieso immer nur als Ideal.

Wenn wir Computernetzwerke als Medium für den Verstand verwenden, können wir uns vielleicht wieder zunehmend auf den Körper konzentrieren, ihn möglicherweise sogar etwas unabhängiger vom Verstand betrachten, die Kommunikation unabhängig vom Körper betrachten. Vielleicht ist es ja ganz sinnvoll, sich mit Computernetzwerke zu verbinden, den Verstand hier einzusetzen, um sich dann wieder etwas freier dem Körper zuzuwenden und als Mensch seine nicht-intelligenten Eigenschaften wieder entdecken.

Wenn KIs Arbeit übernehmen, warum sollten KIs nicht auch Beziehungsarbeit übernehmen? Sind Freundschaft, Beziehung und Liebe nicht zunehmend Arbeitsbegriffe geworden? Dann werden wir KIs in Zukunft zum Freundeskreis zählen können.

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Samstag, 9. Dezember 2017
Unglaublich. Rocio Molina. So. Genau so.

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Mittwoch, 6. Dezember 2017
Gestern war ich alleine im Nussknacker. Ich habe die Karte geschenkt bekommen. Es war wie immer großartig. Sollte ich das nächste Jahr auf die Idee kommen, nicht hinzugehen, kneift mich. Danke.

Manchmal muss man eben träumen, um aufzuwachen.

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Montag, 4. Dezember 2017
Mir wäre ja nach Besinnlichkeit, aber ich komme nicht zur Besinnung. Ich bräuchte einen Monat alleine in einer warmen Holzhütte mit einem Buch irgendwo im Norden.

Ich fahre im Dezember gerne alles runter, dafür ist aber zu viel los.

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Mittwoch, 22. November 2017
Montag war Frau M. wieder im Unterricht. Sie ist mir richtig ans Herz gewachsen. Selbst wenn das, was zwischen uns passiert, nur freundschaftiche Sympathie wäre, würde ich das gerne als solche bewahren. Es gibt im Moment keine Gelegenheit, dass wir uns alleine sehen und selbst wenn, dann ist sie nicht der Typ, bei dem ich mir mehr zutrauen würde. Dabei hat sie bisher immer ganz herzlich und nett reagiert, nur eben auch etwas unverbindlich, weil sie viel beschäftigt ist. Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind zwei Spiegelbilder und schaffen es einfach nicht, unsere Seite zu verlassen. Wäre ja auch nicht gewollt, wir haben Partner, wir sind unterschiedliche Charaktere, wir haben unsere Leben. Und außerdem habe ich noch viel zu lernen im Ballett und darauf will ich mich konzentrieren. Mit Herrn M. in der Gruppe habe ich ja jetzt einen männlichen Mitstreiter, das bedeutet, dass ich jetzt auch ernsthafter die Sprünge angehen muss.

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Freitag, 17. November 2017
Ich lese wieder mehr. Seit Ewigkeiten bewusster und konzentrierter. Es fühlt sich gut an.

Leider ist das Buch ziemlich schlecht. Ich war schon auf der zweiten Seite genervt, dann nach einem Drittel, jetzt bei der Hälfte.

Ich habe das Buch von meinem besten Freund geschenkt bekommen und werde es durchlesen. Das habe ich mir überhaupt zur Aufgabe gemacht: Bücher durchlesen. Das bedeuet nicht nur, es zu lesen, sondern einen Weg zu finden, es durchzuhalten.

Ich habe also angefangen, neben dem Lesen meine spontanen Gedanken ins iPhone zu diktieren, mir meinen Missmut von der Seele zu reden. Ich werde also das Buch nebenbei kritisieren, nicht, um es schlecht zu machen, sondern um das Gute von Schlechten zu trennen, denn jedes Buch hat ja auch seine guten Seiten.

Das Buch ist "Der Junge bekommt das Gute zuletzt, Dirk Stermann". Das Gute an dem Buch ist, dass ich es detailliert kritisieren werde und das werde ich mir hübsch vorbehalten und bis dahin brav weiterlesen.

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Freitag, 10. November 2017
Das Einzige, was sich mit dem Älterwerden bei mir ändert: Ich betrachte die Menschen zunehmend im Kontext ihrer Lebensphase und ihren damit verbundenen Prioritäten. Das Alter an sich ist nicht mehr entscheidend. Ich kann mit Jugendlichen mehr Ähnlichkeit haben als mit Mittdreißigern. Manche Menschen in meinem Alter haben weniger Durchblick als manche junge. Nicht das Alter ist entscheidend, sondern, was ihnen gerade wichtig ist. Aus den scheinbar unendlich vielen, aber ähnlichen Möglichkeiten werden endlich viele, sehr unterschiedliche.

Ich bin genau so schlau wie vorher, aber ein bisschen erfahrener. Na, immerhin. Zu irgendwas muss dieses Älter werden ja gut sein.

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Mittwoch, 8. November 2017
Das Gefühl, einsam zu sein, erschreckt mich. Dabei bin ich gar nicht alleine, ich habe ja Menschen um mich herum und gleichzeitig genug Zeit und Raum für mich. Also habe ich es genutzt und langsam den Rhythmus wieder gefunden. Eine gewisse Resonanz kam von K. und den Kindern, nichts Großes, einfach nur die Gewissheit, dass das Banale in Ordnung ist. Das Gefühl von Harmonie.

Chronologischer Ablauf.
Ich hole das Kind von der Nachmittagsbetreuung. Der junge Erzieher strahlt mich an und erzählt von dem neuen Pferd, das hinten auf dem Hof steht. Der Blick in seinen Augen ist ansteckend und vertreibt meine düstere Stimmung schlagartig. Nichts ist mir mehr Droge als Begeisterung. Es ist mein Elexier. Ich gehe die Tochter vom Hof abholen, das mir mit blumigen Worten die Schönheit des Tieres beschreibt. Ich müsse es ansehen, unbedingt. Och, nööö, sage ich. ich weiß, wie Pferde aussehen. Das Kind guckt traurig und ich sage: Na, gut. Siehste, ruft das Kind zu seiner Freundin, ich muss nur so gucken, dann sagt er immer "Ja". Ich muss lachen und gehe mir mit ihr die Pferde angucken. Ich kann die Begeisterung nicht teilen, es ist geradezu Überschwang. So, denke ich, muss ich oft auf meine Umwelt wirken.

Wir fahren beim Supermarkt vorbei, weil ich was Kleines zu Abend kochen will und das Kind hat die Idee, einen Klebestift mit weißem Maoam zu füllen und dann so zu tun, als ob sie Klebestift essen würde. Dafür braucht sie Material. Während ich mit einem Blumenkohl an der Kasse stehe, steht sie mit ihrem armvoll Material für Scherzartikel neben mir.

Zuhause widme ich mich der Zubereitung des Blumenkohls. Ich übe mich gerade darin, besonders einfache Sachen besonders lecker zu machen, nicht durch Überdeckung des Eigengeschmacks, sondern durch das Hervorbringen seiner sinnlichen Schönheit. Ich schenke meine Leidenschaft dem Blumenkohl. Am Ende kommt nichts Besonderes dabei raus, es erstaunt mich immer wieder, wie viel Energie ich in das Normale stecken muss. Das ist wie beim Sex: Das Außergewöhnliche ist normal. Schlechter Sex ist genau so furchtbar wie lieblos zubereitetes Gemüse. Ich schweife ab.
Ich koche den Blumenkohl in Salzwasser vor, zerteile ihn in seine Röschen ohne Strunk, lege ihn in eine Auflaufform, kröne jedes Röschen mit Butter und grille ihn im Ofen, bis die Butter seine Oberfläche ein wenig gebraten hat, danach streue ich Käse über ihn und schiebe ihn nochmal in den Ofen, bis er gar ist (aber nicht zu weich) und der Käse angeröset. K. und die Kinder finden's lecker. Ich freue mich, dass es ihnen schmeckt. Diese Freude habe ich von meiner Mutter und meiner Oma geerbt.

In meinem Anflug von Vinyl-Liebe habe ich Michael Jacksons Thriller bestellt, ein Album, das ich nie gehört oder besessen habe, aber erkannt habe, dass es zu einem der besten Alben überhaupt gehört. All killer, no filler (naja, nicht killer, aber so etwa). Gestern kam das über Discogs bestellt Album an, praktisch unbespielt in Bestzustand zum normalen Neupreis einer aktuellen LP. Ich nehme das Album mit Audacity auf und speicher die FLAC-Dateien auf dem SansaClip, auf dem Rockbox läuft. Ich habe die 64GB komplett gelöscht und mit Vinylaufnahmen bespielt, B-52's Wild Planet, ein Album wie eine alte Zahnbürste, abgenudelt und praktisch täglich benutzt (nicht ganz, aber ...), Yo La Tengos Fade, das ich auf dem Konzert gekauft und von Ira Kaplan habe signieren lassen. Seit vier Jahren nicht bemerkt, wie großartig das Album eigentlich ist. Manche Musik braucht Zeit, um bei mir zu landen.

Alle Videos vom World Ballet Day 2017 sind jetzt online (und wieder weg, bald). Die 24 Stunden werde ich nach und nach angucken. Gestern Abend sah ich mir die zweite Hälfte des Unterrichts aus Melbourne an. Eine Sequenz im Center probierte ich selbst aus und machte mich gar nicht schlecht. Ich spüre das Adrenalin, die Kraft, die Disziplin, die Begeisterung. Ich sehe mich im Spiegel und denke: Hui. Als hätte ich meine Platz wieder gefunden. Da ist er: mein Klang, mein Rhythmus.

Ich trainiere noch ein bisschen und gucke Stranger Things weiter. Ich liebe die Serie, ich vermute, ich bin die Zielgruppe: Ü-40 ex-New Waver mit Science-Fiction/Horror-Vergangenheit.

Ich führe wieder ein Trainings-Tagebuch.

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Dienstag, 7. November 2017
Ich brauche eine Pause. Mit mir ist gerade nicht viel los. Ich habe den Faden verloren, finde meine Rhythmus nicht mehr. Alles klingt nach kakophonischem Rauschen.

Langsam, langsam atmen, auf den Herzschlag hören, der den Rhythmus vorgibt. Der Bewegung folgen.

Manchmal wirkt alles so tot, so leblos. Es ist verdammt schwierig, meinem Leben den Sinn zu geben, den ich für sinnvoll halte. Und dann ist da noch diese Einsamkeit.

Ich muss mich dringend verabreden, was die Gefahr birgt, mich erklären zu müssen. Ich will nicht erklären und verstehen und unterhalten und informieren. Nur ein bisschen Mitgefühl im Sinne von ähnlichem Lebensgefühl teilen. Nur ein bisschen Traurigkeit und Melancholie teilen, meine Abscheu gegenüber der Tumbheit und dem Groben. Nicht immer nur Verständnis für andere aufbringen.

Ich möchte wieder sehen, mit Augen, Mund und Händen. So wie früher.

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