Mittwoch, 16. Januar 2019
Puh, endlich Leftovers die zweite Staffel gesehen. Angefangen eigentlich nur wegen Margaret Qualley. Seit dem Kenzo-Spot hat sie sich in mein mein Hirn gebrannt. Den Spot habe ich etwa 375 mal angesehen. Gegen Ende Kyabe Knights gehört und es wundert mich, dass es gar kein Tanzvideo dazu gibt. Naja, stattdessen hier mal zwischendrin:

Meine Lieblings-Tanzvideos.

Wie gesagt: Margaret Qualley im Kenzo-Spot


Prä-Putin-Polunin (hehe) in Take me to church


Lauren Cuthbertron ist eine meiner Lieblingstänzerinnen, deshalb:


Ich liebe West Side Story. Immer noch und immer wieder phänomal und Pflichtprogramm, dieser Ausschnitt enthält heute noch getanzte Bewegungen und Figuren:


Das wohl beste Tanzvideo der Pop-Musik, herzergreifend nicht als leere Phrase, sondern als echte körperliche Reaktion. Romantic Classic Jazz Style, ich habe eine Träne im Auge. Die Figur bei 1:35 und 2:27 sind meine Favoriten:


Ich glaube , ich habe alle Videos von Andrew Winghart 10.000 angesehen. Das hier besonders:


Und dann natürlich:


Wie scheißcool ist Prince in Housequake aus Sing o' the time? Genau: scheißcool. Die Tanzperformance ist phänomenal:


Ich glaube, seit Michael Jackson hat Tanz eine ganz neue Qualität bekommen: Crisp.


Ein kleines Highlight:


Daft Punks Around the world ist immer noch eines meiner Lieblings-Videos:


Als wir das 1992 gesehen haben, was Tanz einfach nicht mehr, wie er vorher war:


Und dann natürlich das hier:


Gute Nacht.

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Sonntag, 6. Januar 2019
Ich ware gerade im Keller. Mir war langweilig und ich wollte in meinen alten Sachen kramen. Ich entdeckte einen Karton mit alten Briefen und Postkarten aus der Zeit um 1996.

Meine Oma hat mir geschrieben, meine Schwester, meine Mutter, mein Vater, meine jetzige Frau, meine Ex-Freundin, alte Studienfreundinnen, andere Freundinnen.

Manche vermisse ich, die Zeit und die Art der Verbundenheit, freundschaftlich und verdammt lustig.

So war ich auch für sie. Hilfreich, unterhaltsam, ein guter Freund. Niemand wusste von meinen intimen Gedanken, Leidenschaften und Gefühlen, mit Ende Zwanzig redet man nicht davon. Falsch: ich redete nicht davon.

Erst viel später gestand ich es mir selbst ein, schrieb es auf, nahm meinen Mut zusammen und fing an zu reden. Es knackte und knirschte und bröckelte ab.

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Mittwoch, 2. Januar 2019
Mein letzter Tagebucheintrag ist eine Beschreibung des Mannes.

Ich treffe mich seit Jahren mit C. immer in derselben Bar. Vor ein paar Wochen entschieden wir uns, weitgehend alle Bars der Stadt auszuprobieren. Die Stadt ist klein, aber groß genug für uns beide.

Wir trafen uns in der Altstadt, verwarfen die erste gewählte Bar, weil es eine Raucherbar war und setzten uns in eine gemütliche, kleine um die Ecke. Eigentlich kam es mir zu klein und gemütlich vor. Man kann die Gespräche der Nachbartische hören. Wie soll man sich da über Sex unterhalten. Immerhin nimmt dieses Thema ein Drittel unserer Gespräche ein. Nicht verschämt und aus Versehen, sondern ganz bewusst. Ich kenne C. seit dreißig Jahren und erst seit der Trennung seiner Frau reden wir über das Thema. Nicht als Teil eines Problems sondern als ganz selbstverständlich Teil von uns selbst.

In der Bar war es sehr nett, wir waren fast die Letzten.

Gegen Ende formulierte ich abschließend meines Satz über Männer uns tippte ihn am nächsten Tag ins Tagebuch.

Und vielleicht ist eine sehr gute Idee, dieses Satz als Ausgangspunkt für mein Handeln und Verhalten zu nehmen. Mir ist da noch ein bisschen zu viel Theorie und zu wenig Praxis.

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Dienstag, 1. Januar 2019
Silvester ist vorbei. T. hat mit uns gefeiert und I. mit Tochter, die Familie, mit der wir regelmäßig in Urlaub fahren. Die große Tochter hat eine Freund, der jetzt 18 ist. Er hat mit uns ein Musikratespiel gespielt. T. und ich waren Feuer und Flamme. Ich wollte noch Pantomine spielen, aber wir einigten uns auf eine abgespeckte Version von Der wahre Walter. Ein Klassiker auf Basis des Lexikonspiels.

Um 12 wünschte ich Glück und aufregende Stunden und umarmte die Nahestehenden herzlich.

Als alle weg waren, tanzte ich noch mit der kleinen Tochter zur Musik, die die Große aussuchte. The La's There she goes. Sie ist müde, hat die ganze Zeit Minecraft gespielt. Sie hängt in meinen Armen, während ich sie führe.

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Montag, 24. Dezember 2018
"Das Beste draus machen" heißt für mich nicht mehr, das Beste aus der Situation zu machen, sondern das Beste aus meinen Stimmungen, Empfindungen und Gefühlen zu machen. Ich habe festgestellt, dass ich nicht ohne sie kann und es mir sonst nicht gut tut, mich zwar irgendwo hin führt, aber nicht da hin, wo ich will.

Heiligabend werden wir wieder beim Schwiegervater verbringen. Ich werde dort halbherzig zugegen sein, der Situation absolut angemessen. Ich werde meine liebe Familie anrufen. Die kann sehr nervig und stressig sein, aber auch liebevoll und herzlich. Das liegt ja nah beieinander.

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Donnerstag, 20. Dezember 2018
So, dass muss ich jetzt mal ganz schnell schreiben:
Schön, dass es Euch gibt.

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Mittwoch, 12. Dezember 2018
Marie war in meiner Klasse. Ich weiß nicht mehr, wieso sie meine Freundin wurde. Marie war ein Engel. Hätte es damals schon die Verfilmung von Herr der Ringe gegeben, wäre sie eine Elbe gewesen. Ihr Bruder Elbenprinz.

Maries Eltern lebten in einem kleinen Häuschen in der oberen Etage. Die Wohnung war klein unter dem Dach. Jeder Raum hatte Schrägen. Maries Zimmer und das ihrer Eltern konnte man nur über eine kleine Holztreppe erreichen. Ihr winziges Zimmer lag direkt unter dem Dach, die Matratze auf dem Boden.

Marie und ich waren befreundet, wie Bruder und Schwester, so hat man das genannt. Sie war so liebevoll und zart und ich fühlt mich bei ihr so rauh und ordinär, kleiner als sie und schmuddelig, aber gut. Dass ich ein ebenso zarter Junge war, wusste ich damals noch nicht. Den erkannte ich erst nach vielen Jahren.

Ich war verliebt in Marie. Ich kam ihrem Körper näher als jedem anderen Menschen in der Zeit. Sie umarmte mich, als sie mit Fieber im Bett klag und ich bei ihr war, um sie zu besuchen. Danke, sagte sie. Ich massierte ihre Füße, als sie ihren Ferienjob in einem großen Warenlager hatte und acht Stunden in ihren Ballerinas durch die Gänge gelaufen war.

Sie war mit den großen, gut aussehenden Jungs, die Benetton-Pullover trugen, zusammen. Ich war der, der bei ihr zuhause ihre Depeche Mode-Platten auf Cassette überspielte. Ich teilte mit ihr das, was man mit Freundinnen teilt. Bücher, Träume, Gedanken.

Ihre Schönheit und Lieblichkeit faszinierte mich so sehr, dass ich mich dort glücklich fühlte. Schönheit, hat man festgestellt, macht tatsächlich glücklich.

Maries Haus lag in der besseren Gegend. Besser, weil die Häuser alleine standen. Wir wohnten in einem Wohnblock im Sozialbaugebiet. Es roch nach Kohl aus den Nachbarwohnungen. Über uns wohnte ein ständig aggressiver Rockabilly, neben mir mein Freund, dessen großer Bruder ein Poster von Apokalypse Now über dem Bett hängen hatte und Pornos unter der Matratze liegen. Mein Freund klärte mich anhand der Pornos auf. Offensichtlich hatte Sex nichts mit Marie zu tun. Offensichtlich lagen Freundschaft und Verliebt-Sein nah bei einander. Der Körper schien eine unzureichende Bedingung zu sein, die ich in Kauf nehmen musste. Nur heimlich und sehr partiell entdeckte ich die Lust. Klein, verborgen, nie von der gewaltige Größe, mit der Jungs sich gaben. Ich schien anders zu sein. Zu klein, zu zart. Die Traurigkeit wurde meine stehte Begleiterin. Man hätte mich nicht eines Besseren belehren können.

Ihre Mutter nahm mich auf wie einen Sohn. Ich genoss die Zeit, die ich mit ihnen verbrachte. Wir machten zusammen Fahrradtouren, kochten, aßen, wuschen ab. Ich war dabei als sie badete. Übernachtete mit ihr in der Holzhütte im Garten.

Mit 18 gingen wir unsere eigenen, getrennten Wege.

Ich lernte pragmatisch zu werden. Ich lernte, mich zu arrangieren mit der Realität. Langsam. Ich ging weg von Hamburg, kam zurück und zog dann ganz weg, um endlich raus aus dem Zwiespalt zu kommen. Meine Eltern, meine Freunde. Raus, um mich selbst zu finden.

Das war gut, aber ich habe nie herausgefunden, was ich eigentlich suche.

Ich habe ausgelernt. Man lernt nie aus, heißt es, aber das, was jetzt noch kommt, sind nur noch Variationen. Ich weiß, wie man seine Steuererklärung macht und ein Konto führt. Ich könnte in ein anderes Land ziehen, um zu lernen, wie Korruption und Bestechung gehen. Ich könnte lernen, dass es das auch hier gibt und große Artikel darüber schreiben, die den Menschen die Augen öffnen. Ich habe meine Neugier verloren. Und ich habe Angst davor, zynisch zu werden. Also rückfällig. Humorvoll ja, zynisch nein.

Ich bin lebensmüde, sage ich zu T. Nicht erschrecken, ergänze ich, ich meine das wortwörtlich ohne aktiv werden zu wollen. Nur so als Gefühl und Zustand.
Du brauchst ein Ziel, sagt T., und dein Ziel wirst Du im Tanz finden. Wahrscheinlich hast du Recht, antworte ich. Unsicher.

Ich habe einen Beruf, eine Familie, werde in zwei Wochen 52 und mein Ziel soll es sein, mich im Tanz zu finden. Was soll das bitte für ein Lebensweg sein?

Wenn ich tanze, bin ich bei den Engeln und Elben und gehe mit meinem Körper um, wie ich in meiner Kindheit und Jugend mit ihm hätte umgehen soll.

Marie war nie eine Verherrlichung, Marie war Teil einer Werdung. Das mag extrem klingen, ist aber nur dort so extrem gewesen, wo ich aufgewachsen bin. In einer Wüste voller Kakteen wirkt selbst die einfachste Blüte wie ein Farbenmeer.

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Donnerstag, 6. Dezember 2018
Wie alt bist Du, fragt mich die Frau des Chefs meiner Frau.
Wir sind eingeladen, uns die Fotos ihrer Reise in die Mongolei anzusehen. Es ist unser Hochzeitstag, wir tragen zur Feier des Tages unsere Ringe. Es ist uns etwas unangenehm, weil es etwas Offizielles hat. Der Chef und seine Frau sind sehr nett, herzensgute Menschen. Ich würde es keine fünf Tage in der Mongolei aushalten.
Ich sitze auf der Couch, nach zwei Sekt und einem Glas Wein.
Zweiundfmfzch, nuschel ich.
Oh, sagt sie, ich bin 14 Jahre älter. Ich nippe an meinem Wein. Mein Kopf rechnet nach und kommt auf die Summe 66. Ich sehe sie an. Sie sieht nicht aus wie 66. Rundlich zwar, aber fröhlich verschmitzt und aufgeschlossen. So alt wirkt sie noch nicht. Unsinn, denke ich, sie ist Mitte Vierzig. Neinnein, sage ich. Das Gespräch ist längst woanders. Ich bin nicht 42, sondern 52. Sie guckt mich an. Ach, ich hätte Dich für 42 gehalten.
Die Fotos von der Mongolei sind toll. Unglaubliches Licht, unglaubliche Landschaften.

An dem Abend hätte ich Tanzunterricht gehabt. Contemporary. Ich schrieb meinem Tanzlehrer, dass ich nicht komme, es hagelt hugs and kisses in Emojiform.

Wir machen gerade eine Partnerchoreografie. Sehr innig, sehr intim, sehr anspruchsvoll. Ich mache den Butterflysprung mit dem Leher vor. Es sieht mich an. Oh, you're so strong. Er wendet sich an meine Partnerin. You are abolsutely safe. Sie muss sich beim Sprung an meine Hüften festhalten, ich halte ihre und drehe sie kopfüber. Sie hat ihr Oberteil ausgezogen und trägt nur noch ein Spaghettiträgerhemd. Ich mag ihre Art. Sie wirkt als würden wir zusammen ein Fenster einbauen. Besser kann man Contemporary Dance nicht beschreiben. Genau so ist es. Arbeit in absoluter Freigabe, Hingabe und Entblößung.

T. sieht mich an. Wir trafen uns in einer Bar. Du würdest auch nackt tanzen, oder, fragt er. Er nippt an seiner Cola. Ja, sage ich. Ich glaube, Du hast es verstanden.

Nanine Linning hat mal gesagt, wenn man nackt tanzt, ist es politisch. Absolut richtig.

Wenn ich mit meiner Frau ins Tanztheater gehe, sind ihr die Körper der Frauen trotzdem noch zu entblößt. Sie sieht eine Ungerechtigkeit darin, dass man die Brustwarzen der Frauen sieht und die der Männer nicht.

Ich spüre die Kraft der Körper, das Äußerliche ist mir einerlei.

Ich bin 52. Die Mitte meines Lebens ist erreicht. Ich atme auf, endlich ist es vorbei mit der Unendlichkeit. Die Zukunft ist überschaubar, zählbar, vorstellbar. Ich nehme, was ich habe, zähle die Kröten zusammen, denke darüber nach was ich bin und was mir wichtig ist. Humor. Ich will Freude haben. Mein Lebens ist ab jetzt zu kurz, um mir das Leben zu vermiesen. Die Freude erlebe ich auf dem Tanzboden, aus weichem Kunststoff oder Holz. Die Luft feucht von Schweiß, der Boden voller Haare, klebrig. Die Körper in bewusster Hingabe. Man sieht sich an, man lächelt sich an, man geht auseinander, wissend.

Man ist einsam. Und doch zusammen. Vor allem hat man keine Alternative.

Es kippt irgendwann. Anfangs habe ich mich gefragt: Was machst Du da? In welcher Beziehung steht das zum Alltag, zum richtigen Leben? Jetzt sehe ich nur noch zu, dass es immer präsent ist. In jeder Bewegung, in einem Blick, wenn ich will.

Ich mag fremd wirken. Wie ein kleines Kind. Ich will das so. Ich weiß, was Verschmelzung ist, und ich weiß, was Freiheit ist. Das habe ich erfahren über die Sexualität und das Tanzen. Was das Eine mit dem Anderen für mich zu tun hat, erzähle ich später.

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Donnerstag, 29. November 2018
Bei mir hat es ausgeknistert. Wenn ich hier weitermachen will, dann muss ich die alten Beiträge offline nehmen. Es ist erzählt, es kann ins Archiv. Nicht nötig, es wach zu halten oder aufzuwärmen.

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Gestern meinte der Schulungsleiter auf die Frage, was RSS sei, dass RSS eine veraltete, überholte Technik zum Abonnieren von Nachrichten sei.
Ich blieb ganz still und hielt meinen Mund.

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