Donnerstag, 9. August 2018
Ballettworkshop in Mannheim. Ich hatte das in die Whatsapp-Gruppe gepostet und drei der alten Gruppe hatten sich angemeldet, auch Frau M.

Ist ja auch alles super, die Lehrerin ist gut und macht wirklich guten Unterricht.

Ich frage Frau M., ob sie noch was mit mir trinken geht. Heute nicht, sagt sie, sie hätte morgen noch ein Meeting. Kein Problem, ist ja alles unverbindlich. Nächste Woche. Hm, ...

Als Tänzer bin ich in einer Welt, die ganz meine ist, mit Menschen, mit denen ich eine Leidenschaft teile und doch ist mir das alles fremd. Das kann doch gar nicht sein, denke ich, so gut kann ich nicht sein, ich bin alt, doppelt so alt wie alle anderen, ich bin ein Mann und muss dort eine Rolle einnehmen, die mir unbekannt ist. Alles ist formal vorgegeben und mir fremd, und was denken die Frauen so ganz persönlich? Ich will es lieber nicht wissen.

Nach dem Unterricht winkt die Lehrerin mir noch hinterher und sagt Tschüss. Überrascht drehe ich mich um und winke erfreut, ich war gerade dabei anonym in die Nacht zu entschwinden.

Als ich so alleine durch die Nacht gehe, wünsche ich mir, mich in meine Atome aufzulösen und im Weltall aufzugehen. Meine Manifestierung in Form meines Körpers mit seinen Muskeln und Knochen und Nerven ist ja ganz hübsch, aber irgendwie auch eine merkwürdige Laune der Natur, mit der ich mich rumschlagen muss. Ich würde gerne einfach mal wieder einfach nur ganz selbstverständlich da sein. Einfach so existieren.

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Freitag, 27. Juli 2018
Heftiger Streit mit K. Sie diskutiert mit dem Kind rum, ich diskutiere anschließend (das geht mit Kindern gar nicht anders in dem Alter, wenn man ihnen etwas sagen will. K. gibt mir zu verstehen, dass ich ruhig sein soll, was ich unmöglich finde. Sie findet mich wohl zu emotional und hat Angst vor der Eskalation. Ich finde ihre nüchternen Argumente seltsam nüchtern, sie erreichen das Kind einfach nicht, wie aus einem alten Erziehungsratgeber vorgetragen. Ich sage ihr, sie sei selbstgerecht, weil sie ihre Argumente vortragen darf und ich nicht. Sie sieht es als ihr Ding und ich mische mich ein (was nicht richtig ist, da ich sehr wohl rein sachlich etwas damit zu tun habe). Ich bin einfach irritiert und unangenehm berührt, wie wenig emotional sie auf die Situation reagiert. Sie will einfach nur ihre Ordnung in ihrem Sinne und alles, was sie davon abbringt, erzeugt bei ihr unterschwellige Wut. Andere dürfen sich natürlich kreativ einbringen, wenn es der Sache dienlich ist. Sie ist sehr aufgebracht. Ich ebenso. Ich verlasse die Wohnung im Streit.
Anschließend schreibe ich ihr eine SMS, dass es mir leid tut und nicht angemessen war, sie selbstgerecht zu nennen.

Der Kern des Ganzen ist: Ihr ist das alles zuviel, das Wochenende bei ihrem Vater, aber anstatt sachdienliche Unterstützung von mir zu bekommen, mische ich mich ein. Sie will, dass es dort schön wird, aber ich bin mir nicht sicher, was sie wirklich dort empfindet. Ich gehe dort nur als Schauspieler und Statist hin.

Der Kern des Ganzen ist: Ihre Gefühle sind mir rätselhaft und unbekannt, und es scheint, als würde sie sich selbst nicht dafür interessieren.

Für sie stellt sich das Ganze völlig anders dar: Es geht ihr nur darum, dass sie dort hin will. Punkt. Keine Diskussion.

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Dienstag, 24. Juli 2018
Frau M. schreibt mir auf Whatsapp. Wie's mir und meinem Fuß geht. Ich habe lange nichts von ihr gehört und freue mich wie Bolle.

Ich gehe ins Ballett. um den Schlüssel zur Männerumkleide zu holen, muss ich in den Raum, in dem sie Unterricht hat. Sie sieht mich, strahlt, lächelt mich an, geht , weiter, dreht sich um, kommt zu mir umarmt mich und gibt küsst mich brüderlich. Ich umarme sie voll Inbrunst und küsse sie auf die weiche Wange. Mein Herz füllt sich mit Wärme und Licht.

Ich gehe mich umziehen und wir treffen uns auf dem Gang, tauschen uns aus. Ich wünsche ihr alles Gute für den Sommer, umarme sie nicht mehr und werfe nur Luftküsse zu.

Ihr geht es gut. Ich würde ihr so gerne sagen, was ich für sie empfinde.

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Sonntag, 15. Juli 2018
Verliebt sein ... als hätte das Herz seine Heimat gefunden.

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Donnerstag, 12. Juli 2018
Heute war ich beim MRT mit dem Fuß. Es ist eine Streßreaktion des Knochens. Das kann lange dauern, sagt die Ärztin. Das gesamte Gewebe drumrum ist betroffen. Der Arzt wird sich melden und dann weiß ich, wie es weitergeht.

Ballett mache ich fleißig weiter, das ist auch alles ganordentlich und ich weiß, wo ich stehe. Mit intensivem Vaganova-Training könnte ich langsam, aber gut vorankommen. Da muss ich auch wieder hin, wenn mein Fuß mich lässt. Modern hatte gerade etwas Pause. Übermorgen geht es weiter.

Es gibt aber etwas ganz anderes, das ich weiterverfolgen will. Das kam so: Jemand twittert einen Text aus Instagram. Eine Frau schreibt ihr Statement zu Geschlechtern. Dass Männer mal wieder Männer sein sollen und Frauen zeigen sollen, wo's langgeht und so weiter. Mit anderen Worten persönlicher Bullshit ins Allgemeine gehoben. Was mich aber besonders irritiert hat, war der Stil, der Sprachstil, der Jargon, sie bezeichnete sich nämlich als Sex-Berater-Coacherin-was-weiß-ich, und das Ganze klang wie Der Astronaut und der Kosmos von Der Tödlichen Doris, meinem Evergreen des Plattitüden-Bullshits. Und als ich so in die alten Sachen der Tödlichen Doris reinhörte, die mal für kurze Zeit komplett ins Netz als MP3 gestellt wurde, bis die Gema davon Wind bekam. Jedenfalls war ich wieder mittendrin bei den Genialen Dilletanten, den Heftigen Wilden und so weiter, die einen Teil meiner Jugend prägten und meinem Hang nach Bedeutungsfreiheit (und damit Freihet) so sehr in Musik, Bilder und Worte fasste.

Ich schwelgte und dachte: davon mehr, bitte, an den Tag legen. Ich hörte Buzzcocks und Birthday Party und füjlte mich ein in die Sichtweise, die meine Kreativität so beflügelte. Ein bisschen mehr Mittelfinger, ein bisschen mehr Humor. Es fühlte sich verdammt gur an, weil alles an Gefälligkeit wegfiel. Nicht sozial, Liebe, nur um ihrer selbst Willen. Als Leidenschaft, die vielleicht bloß ich in drei Akkorden endet. Sex kam später. Hinterließ Flecken und Erinnerungen. Und Abhängigkeiten und Mißverständnisse.

Das ist naiv, ich weiß, aber über zwei Jahre hat mein russischer Balletltehrer versucht, mich wieder an diesen Punkt zu führen. Ich hatte ernsthaft überlegt Punkrock oder Ballet, ich wusste nicht, wie nah das beieinander liegt.

Das System läuft weiter auch ohne mich. Da darf ich mich gerne auch mal rausnehmen.

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Freitag, 6. Juli 2018
Gestern waren wir im Mannheimer Theater und haben die Oper zu Björks Vespertine gesehen und gehört. Ich war noch nie in dem Theater und war doch überrascht, dass es den Charme eines Hörsaals hat. Nicht nur den Charme, sondern auch die Bestuhlung. Aber die Oper war toll. Hätte ich nicht erwartet. Ich habe nie so richtig auf den Text der Lieder geachtet, weil ich Björk einfach nicht verstehe und nie nachgelesen habe. Die Texte sind wunderbar, ein ganz wunderbares Album über die Liebe. Ich muss unbedingt nochmal nachlesen. Musik, Gesang, Text ... phänomenal. Die Inszenierung hat mich jetzt nicht so erreicht, ich stehe nicht so auf Theatergewurschtel mit Kostüm und Bühnenbild. Ich bin doch eher Tanz-Fan, im Tanz kommen Körper und Bühnenbild auch besser zueinander. Ein Raum und ein Körper kommen nur dann ordentlich zusammen, indem der Körper sich in ihm bewegt. Raum, Bewegung und Körper gehören für mich zusammen. Ich bin einfach eine andere Art Rezeption gewöhnt, das ist alles.

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Montag, 2. Juli 2018
Mein Instagram-Ich wurde in der Straßenbahn erkannt. Sie fiel mir auch auf, hätte sie aber mit ihrem Account nie in Verbindung gebracht.

Sie schreibt mir Direktnachrichten und alles ist ziemlich nett und drei Wochen später nehme ich Unterricht bei ihr im Workshop. Sie ist glücklich liiert. Ich bin für sie ein netter Tänzer und Kontakt. Ich finde es auch nett.

Das Verrückte beim Tanzen ist ja, das mich Universen mit den Frauen trennen und doch spricht man eine Sprache, es ist sofort eine Verbindung da, aber eben auf der Ebene der Kunst, die jedoch nicht von der des Menschen zu trennen ist. Man begegnet sich und denkt: was da wohl so möglich wäre. Alleine der Altersunterschied. Ich bin ein Phantom. Eine Idee. Eine Vorstellung. und doch real.

Frau M. ist die einzige Person, die mir wirklich real näher kam. Dadurch, dass wir in unterschiedlichen Gruppen sind, begegnen wir uns nur von weitem. Heute sahen wir uns wieder, winken uns heftig von der Ferne und werfen uns Handküsse zu. Es ist herzlich und humorvoll und wunderschön und ehrlich.

Manchmal möchte ich das alles gar nicht, je realer ich das werde, was ich bin, desto Irrelaer kommt mir das vor.

Wenn ich nicht ab und zu jemanden umarmen könnte, würde ich glauben, ich lebte in einer virtuellen Realität. Ich könnte genau so gut weg sein. Oder mich durch einen Roboter ersetzen lassen.

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Mittwoch, 27. Juni 2018
Sex verbindet. Und genau das will man vielleicht gar nicht.

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Samstag, 23. Juni 2018
Seit langer Zeit endlich mal wieder ein Buch bis zum Ende gelesen. Nordwasser von Ian McGuire. Großartig, eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Nordwasser beschreibt seine Fahrt auf See mit bewundernswertem Realismus, kenntnisreich und detailliert, ein genauer Begriff reicht oft, nie sind die Sätze oder Beschreibungen überfrachtet.

Eigentlich wollte ich mit Max Goldt weitermachen, oder dem Lied aus Eis und Feuer, an dem ich mich seit Jahren versuche.

Stattdessen holte ich mir gestern Victor Hugos Die Arbeiter des Meeres aus der Bücherei. Mare hat ja einige unglaublich schöne Bücher rausgebracht, leider nicht als E-Book, was mich wirklich ärgert. Ich kann E-Books besser lesen, rein technisch. Was Bücher angeht, trenne ich zwischen Objekt und Text. Ich kaufe gerne Bücher, aber ich lese lieber den Text auf einem Lesegerät. Genauso wie ich gerne Schallplatten kaufe und die Musik auf dem MP3-Player höre.

Letzte Woche hatte ich endlich den Termin in der Klinik für Sport-Orthopädie. Meine beiden Zehen und mein Ballen sind immer noch geschwollen und schmerzhaft, seit Februar. Mein Orthopäde scheint mit seinem Latein am Ende. Anstatt der mich 50 Euro kostenden Fußbelastungsanalyse hätte man vielleicht mal gleich ein MRT machen sollen. Jetzt wird nächsten Monat ein MRT gemacht. Verdacht auf Neurom.

Diagnose ist wohl eine typische Ballett-Verletzung, kriegen nur Frauen und Profiballetttänzerinnen. Muss man ja wissen.

Ich mag meinen Orthopäden, aber das mit dem Ballett fand er, glaube ich, total beknackt. So nach dem Motto: selbst Schuld, wenn Du so einen Fummeltrienensport machst.

Wer Ballett unter dem, rein ästhetischen Gesichtspunkt, betrachtet, hat den Ernst der Lage nicht erkannt. Dabei versucht Ballett immer wieder zu zeigen, was für eine körperliche Anforderderung das eigentlich ist. Tanzen in dieser Form heute überhaupt.

Ich könnte genau so Probleme durch Contemporary/Floorwork mit dem Nacken bekommen. Oder irgendwas durch Yoga. Und da darf man nicht sagen, dass das grundsätzlich falsch ist, sondern man muss um die besonderen körperlichen Anforderungen wissen und dementsprechend trainieren. Nicht im Falsch/Richtig denken, sondern im Besonderen, Speziellen trainieren.

Ballettkompanien haben mittlerweile alle ihren eigenen Physiotherapeuten oder Physiotherapeutin, ganze Abteilungen, wenn sie es sich leisten können. Man kann das Dilemma des alten, tradierten Balletts, das auf zeitgemäße Veränderungen stößt, sehr schön an der Dokumentation über Benjamin Millepied an der Pariser Oper sehen, Relevé heißt der Film, gibt es bei Amazon Prime Stream Dings. Da regt er sich auch über die mangelnde physiotherapeutische Betreuung auf.

Mag sein, dass man Spitzentanz überflüssig und unnatürlich findet, aber bereits die halbe Spitze ist beim Tanz unerlässlich, egal ob Modern oder Tango. Artifiziell, mag sein, aber nicht grundsätzlich körperlich schädlich. Eben nur risikobehaftet.

Klar ärgert mich das, nicht ernst genommen zu werden. Dass ich mit Ballett nicht ernst genommen werde, ist mir egal, aber die Verletzung nicht. Meine Physiotherapeutin letztes Jahr konnte auch nichts mit Ballett anfangen, trotzdem hat sie mir geholfen. Sehr gut sogar.

Es ist schon bitter, wie sehr wir uns durch Sympathie lenken lassen. In Situationen, in denen Professionalität gefragt wäre.

Der Eintrag ist länger geworden als ich wollte, aber der Fuß ist auch schon länger schmerzhaft geschwollen als ich wollte.

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Montag, 18. Juni 2018
Im Auto-Schwanz-Vergleich sind SUVs pathologisch geschwollene Hoden.

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Mittwoch, 6. Juni 2018

Das Ergebnis überrascht mich. Ich bin sicher kein Paartänzer, aber auch kein Einzeltänzer. Ich bin Gruppentänzer.

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Montag, 4. Juni 2018
Freitag war ich auf einem queerfeministischen Festival, weil K. und eine Freundin dort hin wollten. Es kam, zwangsläufig zu verschiedenen Streitgesprächen. K. und die Freundin fanden sich dort fehl am Platz, ich sowieso, wurde aber freundlich gedulded. Außerdem hatten sie Astra.
Großen Widerspruch bekam ich für meine Aussage, dass Feminismus ja immer auch ein bisschen Subkultur ist, was gleichgesetz wurde mit "Frauen sind Subkultur". Ich änderte die Aussage in "Es ist wie mit der Moderne vor hundert Jahren, schein etwas Besonderes, setzt aber irgendwann durch, ohne das System komplett umzuwälzen." So sehe ich den Feminismus, unaufhaltsam, aber vielleicht nicht so, wie manche ihn gerne hätten.

Aber ich will mich nicht so viel damit beschäftigen. Noch nicht und nicht so.

Lustig gestern dann auch das Gespräch mit einer Freundin einer Freundin, die mich fragte, wie ich "als Mann" dazu käme, Ballett zu tanzen. Ich lachte und fragte, wie man als Frau dazu käme, Hosen zu tragen.

Sie war sehr nett und sympathisch und ich glaube, das beruhte auf Gegenseitigkeit. Jedenfalls passte der Humor.

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Sonntag, 20. Mai 2018
Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder tanzen. Meinen Lieblingsclub haben sie abgerissen. Ich bin dort immer zu den Ü-30-Abenden gegangen, mit 51 Jahren ist das angemessen. Der Club zog um in eine Laden, den ich auch O.K. fand, zog dann aber weiter in einen Club, der in seiner jetzigen Form unerträglich hässlich ist. Ich verstehe den Aufbau einfach nicht: der DJ-Pult ist riesig und steht viel zu weit im Raum. Im Laufe der Jahre wanderte das Pult immer mehr in den Raum, was ich albern finde. Der Raum ist viel zu klein dafür. Kein Verhältnis. Der DJ sah aus wie der Grünen-Abgeordnete und spielte ebensolche Musik. Er kopfnickte zu seinen Lieblingssongs, irgendwelche alten Rocksongs. Entschuldigen, können Sie das bitte bei sich zuhause machen? Das ist hier ein Club. Die Leute waren ziemlich jung. Gerade mal dreißig. Gruppen junger Frauen tanzen geschlossen im Kreis. So ein Verhalten kenne ich nur von Pilzen. Die Männer wackeln wie brünftige Männchen einer Vogelkolonie um diese Gruppen von Frauen herum und versuchen, mit einer von ihnen in einen gemeinsamen Tanz zu kommen. Irgendwann sieht man sie dann wieder alleine tanzen, offensichtlich war es das dann schon.

Irgendwann lief dann das obligatorische Insomnia, der einzige 90er Club-Track, den sie kennen. Auf Hold That Sucker Down wartet man vergebens.



Muss ja nicht gleich Techno und House sein, geht ja auch mit Melodie. Kann man auch gemütlich im Kreis tanzen. Rollo hat damals alles in Gold verwandelt.



Ich gehe nicht mehr tanzen, weil mein Modern Dance-Unterricht mein Dancefloor ist. Da läuft Kalkbrenner, Moderat und Modeselektor und Lilli Allen und wir tanzen in echt.

Floorwork/Release ist einfach für mich die zeitgemäße Form in meinem Alter zu tanzen.

Vielleicht doch mal wieder einen TechHose-Abend probieren. Carl Cox ist übrigens 55.

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Dienstag, 15. Mai 2018
Niedergeschlagen. Ich. Punkt.

Ich suche gerade nach Möglichkeiten, da wieder rauszukommen.

Abwarten?
Im Scherbenhaufen rumkramen, ob sich da noch was Brauchbares drunter befindet?
Stumpfsinnig weitermachen, so zu tun als wär nix und auf bessere Zeiten warten?
Entdramatisieren und einfach nur als leichte Unpässlichkeit definieren?
Tief einatmen, sich beim Kragen packen und ordentlich schütteln?

Drei Tage war ich mit den Kindern alleine, eigentlich ganz easy. Trotzdem. Die eine Tochter ist Veganerin, die andere war krank. Gefühlt war ich die ganze Zeit einkaufen und habe gekocht und die Küche sauber gemacht. Alleinversorgend gäb's bei mir morgensmittagsabends Brei, Kartoffeln und Sauerkraut (wegen Skorbut). Tatsächlich gab's vegane Pfannkuchen mit 2 Sorten Soße. Gegrillte Auberginen, LikeMeat und Rigatoni al Forno. Das Kind brauchte umfassendes Bastelmaterial, also zum Hornbach. Darin bin ich Profi: Bastel-Projektberater. Rennt sie bei mir offene Türen ein. Abends Drei Fragezeichen Live-DVD, die Tochter ist großer Fan. Außerdem liebt sie alle Filme, die erst ab 12 sind. Mit 10. Wenn ich auf die Altersbeschränkung hinweise, sieht sie mich mit diesem Blick an als wäre ich das kleine Kind.

Samstags zum Modern Dance gegangen, endlich Zeit für mich. Sonntags Ballett-Workshop. Danach war mein Fuß hinüber, der braucht dringend Ruhe, der ist seit drei Monaten geschwollen.

Montags Drama auf der Arbeit, nichts Dramatisches eigentlich, mehr so menschlich. Schlägt mich trotzdem nieder, oder vielleicht genau deshalb. Mittags zur Beerdigung der Mutter meiner ersten Freundin, die ich sehr mochte. Ganz unerwartet gestorben, unfassbar schmerzhaft und traurig. Einer der herzlichsten, nettesten Menschen, den ich je kennenlernen durfte.

Abends todmüde früh eingeschlafen und scheußlich geträumt.

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